PATIENTENINFO

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Teletherapie

Bei der Teletherapie (tele = aus der Entfernung) oder perkutanen Strahlentherapie (perkutan = durch die Haut) liegt die Strahlenquelle außerhalb des Patienten. Diese Form der Therapie wird am häufigsten angewendet. Die Therapie erfolgt mit einem Linearbeschleuniger, der ultraharte Röntgenstrahlen (Photonen) und negativ geladene Teilchen (Elektronen) erzeugen kann. Photonen liefern ihre höchste Energie im Körperinneren ab und eignen sich daher zur Therapie tiefer gelegener Tumore, während Elektronen nur wenige Zentimeter ins Gewebe eindringen können und deshalb für die Behandlung oberflächlicher Tumore geeignet sind. Im Gegensatz zu radioaktiven Quellen, die immer strahlen, besteht bei der im Linearbeschleuniger erzeugten Strahlung kein Risiko,

 

 

dass die Bestrahlung aus dem Behandlungsraum "mitgenommen" wird. Alle Bestrahlungsgeräte werden täglich von unseren Medizinphysikern überprüft um ein Höchstmaß an Sicherheit zu garantieren.

Behandlungsziel

Die Strahlenbehandlung ist neben Chirurgie und systemischer Therapie eine der drei Säulen der Tumorbehandlung. Dabei wird die Bestrahlung je nach Ausdehnung des Tumors und Zustand des Patienten sowohl in kurativer (heilender) Zielsetzung, als auch palliativer (lindernder) Absicht eingesetzt. Abhängig vom Therapiekonzept kann die Strahlentherapie mit einer operativen Behandlung oder einer systemischen Therapie kombiniert werden.

 

 

Auch eine Kombination von Teletherapie (Bestrahlung von außen) und Brachytherapie (die Strahlenquelle wird an den Tumor herangeführt (siehe unter Brachytherapie) ist möglich. Das Therapiekonzept wird im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards, an dem alle für die Behandlung zuständigen Experten beteiligt sind, festgelegt.

Kurative Strahlentherapie:

Das Ziel der Therapie ist die Heilung der Tumorkrankheit. Wenn die Tumorerkrankung heilbar ist, wird die Strahlenbehandlung oft mit Operation und/oder systemischen Therapien (Chemotherapie, Hormontherapie oder Antikörpern) kombiniert, auch wenn dadurch möglicherweise stärkere Nebenwirkungen in Kauf genommen werden müssen.

 

 

Palliative Strahlentherapie:

Das Ziel ist die Linderung von Symptomen und die Verbesserung der Lebensqualität. Die palliative Strahlenbehandlung bekämpft nicht nur Schmerzen, Atemnot, Blutungen und andere Beschwerden, sie kann auch durchaus zu einer Stabilisierung der Tumorerkrankung führen. Bei Knochenmetastasen kommt es nicht nur in 80% zu einer Linderung der Schmerzen, auch eine Aushärtung des befallenen Knochens wird oft erreicht, sodass der Patient/die Patientin wieder ein aktiveres Leben führen kann. Die Strahlentherapie bietet also häufig eine schonende und gleichzeitig hoch wirksame Behandlung vieler Beschwerden und verbessert so die Lebensqualität.