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HUS-AUSBRUCH in Deutschland:
In Deutschland sind zurzeit (Stand: Ende Mai 2011) über 1000 Menschen an EHEC Bakterien (Enterohämorrhagische Escherichia coli) erkrankt. E. coli stellen den Großteil der Darmflora des Menschen dar, enterohämorrhagische E. coli-Stämme bilden zusätzlich Toxine und können daher sehr gefährlich sein. In der Art der Übertragung verhalten sie sich jedoch wie Darmbakterien, d.h. sie können durch verunreinigte Lebensmittel und durch ungenügende Hygiene übertragen werden.
Von diesen über 1000 leiden über 300 an der schon von anderen EHEC Bakterien gut bekannten schweren Komplikation, dem „hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS)“. Dies kann in allerdings wenigen Prozentfällen zum Tod führen.
Auf der ORF-Homepage http://orf.at/stories/2060579/2060062/ sind die wichtigsten Fakten verzeichnet.
Darüber hinaus folgende Informationen:
Sind Lebensmittel in Österreich mit diesem Erreger behaftet? Nein, der Ausbruch ist derzeit streng auf Nord- und Zentral-Deutschland beschränkt, andere Fälle in Europa sind von in Deutschland infizierten Personen dorthin gebracht worden. In Tirol gibt es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine nachgewiesenen Infektionen mit dem die schweren Erkrankungen in Deutschland verursachenden EHEC-Stamm (Stand: 30. Mai 2010, 09:00). Es wird jedoch empfohlen, dass man Lebensmittel, die man nicht kochen, braten, oder schälen kann, immer gründlich zu waschen.
Gibt es Erkrankungen durch EHEC-Bakterien auch in Österreich? Ja, denn es gibt in jedem Jahr ca. 60-80 Fälle in ganz Österreich und natürlich auch deren Komplikationen, d.h. auch einige wenige HUS Fälle. Diese Infektionen werden meist durch den Konsum von rohem Fleisch und unpasteurisierter Milch verursacht. Rinder können Träger dieser Keime sein. Aus diesem Grund können auch Streichelzoos und Bauernhöfe eine Infektionsquelle darstellen. Daher sollte man nach Tierkontakt auf das Hände waschen nicht vergessen.
Wird dieser EHEC-Ausbruchskeim auch nach Tirol kommen? Dies ist nicht auszuschließen, aber sehr viel wahrscheinlicher über einen Touristen, der gesund (aber infiziert!) von zu Hause losgefahren ist und hier erkrankt, insbesondere dann, wenn die Hygiene nur unzureichend eingehalten wird. Nach einem Besuch von öffentlichen Einrichtungen (und ganz besonders Toiletten) sollten die Hände immer gründlich gewaschen und eventuell auch desinfiziert werden.
Kann der Erreger zuverlässig erkannt werden? Ja! Das Hygiene-Institut in Innsbruck war über ein Jahrzehnt (bis Ende 2009) auch EHEC-Referenzinstitut für ganz Österreich – alle Keime aus Österreich wurden hier untersucht und das Know-how ist natürlich nach wie vor vorhanden. Stühle von kleinen Kindern (unter 7 Jahren) testen wir schon seit Jahren auf die Anwesenheit des EHEC-Toxins, ebenso blutige Stühle aller Patienten. Derzeit wurde diese Untersuchung ausgeweitet auf Stühle von Patienten, die sich in den letzten zwei Wochen in den betroffenen Regionen aufgehalten haben. Das Ergebnis des Nachweises einer Toxinproduktion von EHEC-Bakterien liegt bereits innerhalb von 12-15 Stunden vor.
EHEC: Elementare Forschungserkenntnisse für neue Therapie kommen aus Innsbruck
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